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4.2. Der Lhasa Apso

DIE SAGE:

Die Tibeter erzählen sich eine hübsche Sage über die Herkunft der Apsos in ihrem Land. Danach lebte vor langen Zeiten eine weißköpfige Tiergottheit, die gleitend fliegen konnte und »Sako« hieß. Sie hatte ihr Nest im hohen Fels und aß Knochen. jedes Jahr wurde von ihr ein junges mit Flügeln und eines ohne Flügel geboren. Das Junge ohne Flügel war ein kleiner Apso und wurde von der Mutter im  Nest gefüttert. Das geflügelte junge konnte sich selbst Nahrung suchen. Nachdem ihre ersten Apsos aus dem Nest fielen, nahm die Mutter eines Tages ein kräftiges Apso-Junges auf den Rücken und flog hinab ins Tal. So kamen die Apsos nach Tibet. Viele Leute in Tibet sahen die kleinen Apsos von der Art, die die Tiergöttin »Sako« zur Erde gebracht hatte …

DIE GESCHICHTE:

Über den Ursprung und die Herkunft des Lhasa Apso gibt es unterschiedliche Meinungen und Spekulationen. Teilweise wird er sogar als chinesischer Hund bezeichnet. Dafür existieren jedoch keine Beweise. Bewiesen ist vielmehr, daß die Manzhu-Kaiser der Qing-Dynastie (1644-1911) seit Beginn ihrer Herrschaft über China vom tibetischen Herrscherhaus des Dalai Lama öfter Apso-Hunde als Geschenk erhielten. Ob es sich bei den kleinen Löwenbegleithunden am Hofe des chinesischen Kaisers Chubilai Chan (1260 bis 1294) um Lhasa Apsos gehandelt hat, ist aus Marco Polos Reiseerzählungen nicht zuverlässig ersichtlich. Er berichtet aber auch von den kleinen goldfarbenen Hunden, die wie kleine Löwen aussehen und von hochgestellten tibetischen Familien in ihren Häusern gezüchtet werden. Dafür deutet der Name Lhasa Apso in jeder Form der Auslegung auf tibetischen Ursprung der Rasse hin. »Apso« nennt der Tibeter jeden wuscheligen, langhaarigen Hund ganz allgemein. Die Rückführung auf das Wort »Abso« ergibt »bellender Posten« oder »kläffende Wache« und könnte für den wachsamen Klosterhund ebenso zutreffen wie auch die geläufige Ableitung des  »Apso« aus »Rapso«, was tibetisch eine Art zottig-langhaarige Bergziege bedeutet. Bei den kleinen langhaarigen, löwenähnlichen Hündchen, die die chinesische Prinzessin Wencheng nach ihrer Hochzeit 641 mit dem Tibetherrscher Srongtsen Gampo ihren Eltern an den Hof Chinas schicken ließ, dürfte es sich mit Sicherheit um Apsos gehandelt haben. Der Tibeter nennt die Lhasa Apsos nur Apsos, aber auch Abso Seng Kyc, was »bellender Löwenhund« bedeutet, oder Seng Tru, die Bezeichnung für Löwenjunges. Die heutige Form des Lhasa Apso ist der besonders kleine und niedrige Apso, der in Lhasa gezüchtet wurde. Tatsächlich ist ja der Übergang des Lhasa Apso zum Tibet Terrier in Tibet nicht immer streng zu trennen. Aus jüngeren Berichten tibetischer Lamas, die im Ausland leben, bestätigt sich die Art der Züchtung der kleinen Lhasa Apsos im Kloster, so wie es zu Anfang dieses Jahrhunderts von den Tibetreisenden berichtet wurde. Danach behielten die Klöster jeweils nur die kleinsten Exemplare eines Wurfes, die »Gompa Apsos«, die größeren gelangten als Geschenk unter die Tibeter außerhalb der Klöster oder wurden einfach in Dörfern ausgesetzt und »Leute-Apsos« genannt, tibetisch »Patost«. Diese Apsos waren stets größer und teilweise vom Tibet Terrier kaum zu unterscheiden. Andererseits wurden ja auch kleine Exemplare der Tibet Terrier als Huldigungsgeschenke von Tibetern an die Klöster gegeben. So ist es heute nur zu verständlich, daß in den zwanziger Jahren noch arge Verwirrung bezüglich der zwei Rassen bestand, die gemeinsam als Lhasa Terrier bezeichnet wurden. Außerhalb von Lhasa war der heutige Typ des Lhasa Apso auch kaum zu finden. Ausnahmen waren nur die von Kloster zu Kloster geschenkten Hunde, die üblicherweise paarweise als Glücksbringer überreicht wurden. So blieben echte Lhasa Apsos eine wertvolle Seltenheit. Wann die ersten Lhasa Apsos nach Europa kamen, ist nicht mehr genau festzustellen, da mit den ersten Tieren offensichtlich keine planmäßige Zucht betrieben und weitere registrierte Nachkommen nicht bekannt wurden. Es gibt Berichte, daß bereits 1854 die ersten Exemplare nach England gekommen sind. Im Jahre 1901 wird in der englischen Kennelzeitschrift eine Beschreibung dieser Hunde, die damals Bhutias genannt wurden, veröffentlicht und über ausgestellte Lhasa Apsos berichtet. Nach Deutschland wurden Mitte der fünfziger Jahre einige Lhasa Apsos von Himalajareisenden mitgebracht, die aus der Zucht des Mount Everest-Besteigers Tensing Norkay aus Darjeeling stammten. Dieser bekannte Sherpa hatte seine Zuchttiere ebenfalls aus dem Rimpoche Kloster in Tibet als Geschenk erhalten. Die Zuchtlinien in Deutschland entstanden jedoch erst durch die Importe von Herrn Miebach aus Indien und Frau Dr. Tauber aus England, die später durch weitere Importe anderer Liebhaber gefestigt wurden. Dänemark, Schweden, Niederlande, Kanada und Australien sind weitere Länder mit inzwischen bekannten und erfolgreichen Zuchtlinien.

DER CHARAKTER DES LHASA APSOS

Oft wird der Lhasa Apso als charmant und anmutig charakterisiert. Das ist jedoch nur eine Seite der vielen vorzüglichen Eigenschaften dieser intelligenten und stolzen Rasse.

Als besonderes Merkmal des Lhasa Apso muß vor allem seine Charaktervielfalt genannt werden.Durch dieses Wesensmerkmal werden in diesen Tieren auch viele menschliche Züge gesehen,und selbst erfahrene Kynologen und Liebhaber anderer Rassen erkennen den besonderen Charakter an.

Eine bestimmte Funktion nimmt dabei seine überzeugende Selbständigkeit ein. So kann eventuell auftretende Unterwürfigkeit oder vorhandene Unterordnungsbereitschaft schon als rasseuntypisch beurteilt werden. Dieses Verhalten darf man jedoch nicht mit der charakteristischen Vorsichtigkeit der Lhasa Apsos verwechseln, die nichts mit Scheu oder Ängstlichkeit zu tun hat. Das insgesamt eher egozentrische Charakterbild des Lhasa Apso ist deshalb weniger hundetypisch und erklärt manche erstaunliche Verhaltensreaktion. Alle Wesensmerkmale spiegeln seine geborgene Lebensweisein der Geschichte seiner Rasseentwicklung wider. Die ständige Gegenwart der Lamas in den Klöstern,ihr Verhalten zu den „Löwenhunden“ und der Ablauf des Klosteralltags waren prägende Einflüsse für Eigenschaften, die den Lhasa Apso als treuen und liebenswürdigen Haushund so wertvoll machen.
Teilweise zeigt er sogar Verhaltensweisen eines Schoßhundes. Seine Härte, Ausdauer und Anpassungsfähigkeit wurzeln dagegen im rauhen Leben mit den Nomadenhirten. Durch die ständige Wechselbeziehung zwischen Klöstern und den tributpflichtigen Viehbauern erfolgte auch der bereits geschilderte Austausch der gezüchteten Klöster- und Hirtenapsos, und damit festigten sich sehr verschiedene Eigenschaften. So konnte der charakterisierende Einfluß durch das harte und gefahrvolle Leben mit den Viehherden ständig während der Rasseentwicklung wirken. Die zwei zunächst gegensätzlich erscheinenden Grundcharakteristiken des Lhasa Apso beruhen auf diesen unterschiedlichen Lebensumständen.

Intelligenz, Stolz und teilweise Arroganz gehen bei einigen Rassevertretern so weit, daß sie unsympathischen Personen bewußt fernbleiben und sie teilweise sogar mißachten. Sympathie und Antipathie werden vom Lhasa Apso mit Stolz und Leidenschaft vorgetragen. Angenehm ist dabei die Art der Ausdrucksweise seiner Abneigung zu bewerten. Er kläfft nicht herum und attackiert diese Personen auch nicht, sondern beachtet sie einfach gar nicht. Die Ausdrucksformen der Zuneigung sind dagegen vielfältig und oft rührend. Auch dabei ist die prägende Wirkung des ständigen menschlichen Kontaktes in der Geschichte deutlich feststellbar. Nicht zu Unrecht sagen deshalb die Tibeter, daß der Apso nicht ohne engen und vertrauten Kontakt mit dem Menschen gedeihen kann. Er will stets so nah wie möglich am Menschen sein und zeigt seine Zuneigung auf verschiedenste Art. Dabei nimmt er auch unbequeme Körperhaltungen, wie z. B. das Auflegen des Kopfes auf den Fuß in Kauf, um den unmittelbaren Kontakt zu erhalten. Diese ständige Gemeinschaft mit dem Menschen hat in ihm einen hohen Intelligenzgrad entwickelt hat das Selbstbewußtsein fast bis zur Persönlichkeit gestärkt und beweist sich in bemerkenswerter Treue.

Menschen seiner Zuneigung kann er voll für sich in Beschlag nehmen, und gegenüber anderen Personen und auch Hunden beansprucht er dann diese Beziehung voll für sich. Viele Besitzer dieser Rasse können darüber immer neue kuriose Begebenheiten berichten. Diese Wesensmerkmale machen auch den Lhasa Apso, ähnlich wie alle anderen ostasiatischen Rassen, menschengebundener als das von den übrigen Hunderassen bekannt ist.

Hinzu kommt seine Ausgeglichenheit. Obwohl immer wieder seine Abneigung gegenüber Fremden hervorgehoben wird, werden aus solchen Begegnungen keine anstrengenden Auftritte. In angemessener Form wird durch Bellen die Ankunft der fremden Personen angezeigt. Sobald Vertreter der eigenen Familie den Ankommenden begrüßt haben, verstummt das Bellen. In scheinbar schlafender Position wird der Fremde jedoch scharf im Auge behalten. Wildes Herumjagen und anhaltendes Kläffen, das bei vielen Rassen auftritt, sind dem Lhasa Apso fremd.

Aufgrund seiner ausgeprägten Aufmerksamkeit und seines guten Hörvermögens ist er ein ausgezeichneter Wachhund, dem nichts entgeht. Diese Eigenschaft hat sich beim Wachen im Kloster ebenso wie beim Bewachen der Nomadenzelte besonders gut enrwickelt. Er wird deshalb auch vielfach als „selbsternannter Wachmann“ des Hauses bezeichnet. Trotz seiner vergleichsweise kleinen Körpermaße gehört er zu den kräftigen, ausdauernden und abgehärteten Rassen. Die kräftige Bemuskelung seiner Gliedmaßen und die große Lungenkapazität bilden dazu die körperlichen Voraussetzungen.

Sein aufgeschlossenes Temperament verleiht ihm die stete Bereitschaft zum ausgiebigen Herumtollen in der Natur oder zu langen und auch strapaziösen Wanderungen. Der bekannte Mount Everest-Besteiger Tensing Norkay hat Ausdauer und Härte dieser Rasse bei seinen Himalaja-Klettertouren geprüft und bestätigt. Für diese Hunde waren die Touren weniger beschwerlich als für viele Bergsteiger. Bemerkenswert ist die gute Anpassungsfähigkeit. Ohne Problem werden neue Aufenthaltsorte, neue Situationen und andere Umgebungen akzeptiert. Auf seine Bezugsperson möchte der Lhasa Apso dabei allerdings nicht verzichten.

Er genießt es verwöhnt zu sein, und ganz besonders das Gefühl, ständig aufmerksam versorgt und liebevoll behandelt zu werden. Dadurch kann er leicht zum Schoßhund werden, was aber auf die Dauer allen seinen Veranlagungen und äußeren Merkmalen äußerst abträglich ist. Andererseits umsorgt er auch gern schwächere Tiere und beschützt sie leidenschaftlich. Das entspricht seinem gern gezeigten Verantwortungsgefühl.

Der Spiel- und Sammeltrieb sind sehr ausgeprägt. Auch ältere Tiere spielen gern mit allerlei Gegenständen, und ihr Spiel wird oft mit dem der Katzen verglichen. Für eine bequeme Lagerstätte werden wie beim Nestbau gern geeignete Textilien und andere Gegenstände zusammengetragen.

DAS BESONDERE AM LHASA APSO:

DAS BELLEN:
In Tibet wurde und wird der Lhasa Apso als Wachhund für das Haus gehalten. Deshalb benutzt er sein Bellen, um seinen „Job“ auszuüben. Obwohl er von Natur aus kein „Beller“ ist, stellt er doch sicher, daß seine Familie ihn hört, wann immer etwas Unnormales im und ums Haus geschieht. Ein Fremder an der Tür, ein fremdes Geräusch im Haus, manchmal auch ein neu eingetroffenes Paket oder ein fremder Karton mitten im Wohnzimmer, ein umgefallener Gegenstand oder eine gestürzte Person, sogar ein Feuer, alles das wird einen Lhasa dazu bringen, seinen Besitzer zu alarmieren.

Dieses „Alarm-Bellen“ ist ein Wesenszug, den jeder Halter erwarten, sogar schätzen sollte. Gerade dies ist einer der Hauptgründe, warum die Tibeter ihre Lhasas so schätzen. Mit einem Lhasa Apso zusammenleben bedeutet, daß er als „bellender Wächter“ ruhig seine Umgebung überwacht. Nur wenn er etwas Fremdartiges bemerkt, zeigt er es durch Bellen oder Knurren an. Er sollte freundlich zu Leuten sein, die er kennt, aber vorsichtig bei Fremden und in ungewohnten Situationen. Allerdings sollte sein Warnen nicht ohne Grund sein, gewöhnlich endet es, sobald ein Familienmitglied darauf reagiert hat.

DAS GRINSEN
Können Hunde lachen?  Lhasa-Besitzer könnten drauf schwören.Insbesondere, wenn sie glauben, ihren Herrn an der Nase herum geführt zu haben. Lesen Sie dazu „Typisch Lhasa“  von C. Herbel